Podcast Folge 3

FPZ & der Weg zu mehr gesunden Lebensjahren

13.04.2026

Warum Krafttraining mehr kann als Muskeln aufbauen

Rückenschmerzen, Arthrose, Osteoporose oder die Folgen einer Krebserkrankung: Bewegung und gezieltes Krafttraining spielen bei vielen Erkrankungen eine wichtige Rolle. Doch wie kann medizinische Trainingstherapie gezielt eingesetzt werden? Und warum geht es dabei um weit mehr als den reinen Muskelaufbau?

In der dritten Folge von Wartezimmergeflüster spricht Fabian von Bergen mit Dr. Schifferdecker-Hoch, Inhaber und Geschäftsführer der FPZ GmbH aus Köln, über medizinische Trainingstherapie, chronische Rücken- und Gelenkbeschwerden und die Frage, wie Krafttraining und Bewegung dazu beitragen kann, mehr gesunde Lebensjahre zu ermöglichen.

Krafttraining als Teil der medizinischen Therapie

Für viele Menschen ist Krafttraining zunächst mit Fitnessstudio, Muskelaufbau oder äußerer Erscheinung verbunden. In der medizinischen Trainingstherapie steht jedoch etwas anderes im Mittelpunkt: die Gesundheit.

Dr. Schifferdecker-Hoch beschreibt das Ziel von FPZ als die Entwicklung von Krafttrainingsprogrammen für verschiedene Volkskrankheiten. Dabei soll nicht nur die Lebensdauer, sondern insbesondere die Gesundheitsspanne verlängert werden – also die Zeit, in der Menschen möglichst selbstständig und gesund leben können.

Auch in der orthopädischen Praxis ist die medizinische Trainingstherapie seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Gerade bei Rückenschmerzen kann gezieltes Training eine sinnvolle Ergänzung zu anderen therapeutischen Maßnahmen sein.

Individuelle Therapie statt Übungen von der Stange

Ein zentraler Bestandteil der FPZ-Therapie ist die individuelle Anpassung des Trainings. Bevor das Training beginnt, steht eine ärztliche Überprüfung. Anschließend wird der körperliche Zustand in einem Assessment erfasst.

Je nach Therapie können dabei beispielsweise Kraft, Beweglichkeit oder bestimmte Beschwerden untersucht werden. Aus diesen Ergebnissen entsteht ein individuelles Profil, anhand dessen das Training auf die jeweilige Person zugeschnitten wird.

Begleitet wird das Training von Sport- oder Physiotherapeuten. Genau diese persönliche Betreuung ist ein wichtiger Erfolgsfaktor. Patientinnen und Patienten werden nicht einfach mit einem Trainingsplan nach Hause geschickt, sondern während des Trainings begleitet, unterstützt und motiviert.

Von Rückenschmerzen bis zur Krebstherapie

Die FPZ-Therapie hat sich seit ihren Anfängen deutlich weiterentwickelt. Ursprünglich lag der Schwerpunkt auf der Behandlung von Rückenschmerzen. Mittlerweile gibt es Programme für verschiedene Erkrankungen und Beschwerdebilder.

Dazu gehören unter anderem:

  • chronische Rückenschmerzen

  • Hüft- und Kniearthrose

  • Osteoporose

  • Krebstherapie

  • Long COVID

  • perspektivisch auch neurodegenerative Erkrankungen

Auch psychische Erkrankungen und Diabetes werden als mögliche weitere Anwendungsbereiche thematisiert.

Dabei verfolgt FPZ einen übergeordneten Gedanken: Krafttraining soll Menschen möglichst lange gesund, belastbar und selbstständig halten.

Krafttraining als Begleitung bei einer Krebserkrankung

Besonders spannend ist der Einsatz von Trainingstherapie im Bereich der Onkologie. Eine Krebserkrankung und die damit verbundenen Behandlungen können den Körper erheblich belasten. Krafttraining kann dabei helfen, körperliche Ressourcen zu erhalten und bestimmten Nebenwirkungen entgegenzuwirken.

Dabei wird jedoch deutlich, dass Training keine medizinische Behandlung ersetzt. Vielmehr kann es eine begleitende Maßnahme innerhalb einer umfassenden Krebstherapie sein.

FPZ setzt dabei auf unterschiedliche Bausteine. Neben dem Training vor Ort gibt es beispielsweise digitale Angebote für das Training zu Hause. Bei der Krebstherapie kann zusätzlich ein Fallmanager unterstützen.

Was passiert nach der Therapie?

Was passiert, wenn die von der Krankenkasse geförderte Therapie abgeschlossen ist?

Nach den 12 Wochen beziehungsweise 24 Trainingseinheiten endet die Förderung. Für den langfristigen Erfolg ist es jedoch entscheidend, die körperliche Aktivität nicht einfach wieder einzustellen.

Denn genau hier liegt eine besondere Herausforderung. Wenn Schmerzen verschwinden, fällt für viele Menschen zunächst auch der wichtigste Grund für das Training weg. Dabei hat regelmäßiges Krafttraining nicht nur einen Einfluss auf die ursprünglichen Beschwerden, sondern kann langfristig zur allgemeinen Gesundheit beitragen. Aus Training soll im besten Fall eine Routine im Alltag entstehen.

Gesundheit in unterschiedlichen Lebensphasen

Eine interessante Perspektive des Gesprächs ist die sogenannte lebensphasenorientierte Gesundheitskommunikation.

Denn die Motivation für Bewegung ist nicht in jedem Alter dieselbe. Während bei jüngeren Menschen beispielsweise Leistungsfähigkeit und körperliche Erscheinung eine größere Rolle spielen können, rücken mit zunehmendem Alter andere Aspekte in den Vordergrund: Selbstständigkeit, Beweglichkeit, Gesundheit und die Fähigkeit, den eigenen Alltag weiterhin selbst zu gestalten.

Digitale Angebote und künstliche Intelligenz

Neben der Trainingstherapie geht es in der Folge auch um die zunehmende Digitalisierung im Gesundheitswesen.

Mit „mein FPZ“ verfügt FPZ über eine digitale Plattform mit kostenlosen Informationen und Angeboten zu verschiedenen Gesundheitsthemen. Dabei geht es unter anderem um Prävention, Rückenschmerzen, Arthrose und Osteoporose.

Auch künstliche Intelligenz wird zunehmend eingesetzt. Im Gespräch wird beispielsweise eine KI-basierte Unterstützung thematisiert, die Nutzerinnen und Nutzer durch verschiedene Gesundheitsangebote führen und bei Bedarf auch den Weg in die reale Versorgung unterstützen kann.

Jedoch soll die KI den Menschen unterstützen, aber nicht die medizinische Entscheidung ersetzen. Gerade im Gesundheitswesen bleiben menschliche Expertise, Erfahrung und Verantwortung entscheidend.

Mehr gesunde Lebensjahre statt nur mehr Lebensjahre

Am Ende geht es bei FPZ um einen Gedanken, der die gesamte Folge begleitet: Nicht nur möglichst lange leben, sondern möglichst lange gesund und selbstbestimmt leben.

Regelmäßiges Krafttraining kann dabei ein wichtiger Baustein sein. Es geht nicht darum, möglichst schwere Gewichte zu bewegen oder sportliche Höchstleistungen zu erreichen. Vielmehr geht es darum, den eigenen Körper belastbar zu halten und Gesundheit langfristig zu fördern.

Wie genau die FPZ-Therapie funktioniert, welche Erkrankungen inzwischen mit gezielter Trainingstherapie behandelt werden können und welche Rolle Krankenkassen, digitale Angebote und künstliche Intelligenz dabei spielen, besprechen Fabian von Bergen und Dr. Schifferdecker-Hoch ausführlich in der dritten Folge von Wartezimmergeflüster.

Jetzt reinhören und mehr über medizinische Trainingstherapie, Krafttraining und den Weg zu mehr gesunden Lebensjahren erfahren.

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